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 Stolpersteine Poststraße 2Standort anzeigenVisitenkartePoststraße 2 31303 Burgdorf  Alle Kontaktdaten »

Informationen

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Stolpersteine Poststraße 2
Branchen/Rubriken: Mahnmale / Gedenkstätten

Anschrift:

Poststraße 2
31303 Burgdorf (Bürgersteig vor dem Haus)

Beschreibung:

Stolperstein in der Poststraße 2 für Emma Blumenthal und Gustav Italiener
verlegt am 11. September 2007

 Poststraße 2 © Stadt Burgdorf© Stadt Burgdorf Stolpersteine Poststraße 2 © Stadt Burgdorf© Stadt Burgdorf

Am 18. August 1855 wurde Emma Blumenthal im Haus Poststrasse 2 geboren, im Gebäude der Synagoge. Ihr Vater war Pincus Jacob Hirsch Blumenthal, der von 1853 bis 1874 als Lehrer der jüdischen Gemeinde in Burgdorf gewirkt hat. Ihre Mutter Pauline Blumenthal geb. Rosenberg stammte aus einer Familie, die seit Generationen in Burgdorf lebte.

Emma Blumenthal war eine Tante von Ernst Pinchas Blumenthal, dem Autor des Buches „Die gläserne Wand - ein Burgdorfer Roman", das im Jahr 2004 erschienen ist.

Als Unverheiratete hat sie lange Zeit im Elternhaus gelebt und später wohl die Rolle einer „Familientante" gespielt, indem sie hier und da in der Familie den Haushalt führte. Zuletzt für ihren Bruder Hermann, der in Kassel als Bankier lebte. In Kassel blieb sie nach dessen Tod wohnen und hat dann nur für jeweils kurze Zeit in Burgdorf und Hannover bei ihrer Schwester Ida Löwenstein, geb. Blumenthal und deren Mann Meyer Löwenstein, der bis 1934 als jüdischer Lehrer in Burgdorf tätig war, gelebt.

Von Kassel aus ist sie am 7. September 1942 im Alter von 87 Jahren nach Theresienstadt deportiert und dort am 9. Oktober 1943 ermordet worden.

Gustav Italiener wurde am 23. September 1884 in der Poststrasse 2, in der „Rabbi-Wohnung" der Synagoge geboren. Sein Vater war der jüdische Lehrer Josef Italiener, der als Nachfolger von Pincus Blumenthal von 1874 bis 1886 in Burgdorf gearbeitet hat. Seine Mutter Marianne geb. Adler stammte aus Burgdorf. Sie wurde 1850 in Burgdorf geboren. Ihre Vorfahren lebten  bereits seit Generationen in Burgdorf.

Gustav Italiener war verheiratet mit Friederike Italiener geb. Heimann, die in Lügde geboren wurde, aber in Burgdorf verwurzelt war. Denn ihre Mutter Clara war eine geborene Moosberg und stammte aus Burgdorf. Gustav wird Friederike vermutlich kennen gelernt haben, als sie zu Besuch bei ihren Großeltern war, die nur durch die Louisenstrasse getrennt, im Haus Poststrasse 1 ein Textilgeschäft führten.

Mit seiner Frau und den Söhnen Gerard und Henri lebte er in Hamburg. Zu Beginn des Krieges ist die Familie nach Brüssel ausgewandert. Im Jahr 1942 sind alle vier vom berüchtigten Sammellager Drancy nordöstlich von Paris aus nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.